Wieder zurück!?

Zurückkommen nach einem Kurzzeiteinsatz, nach Erfahrungen in einem anderen Land und mit einer anderen Kultur. Das ist keine leichte Aufgabe. Wer im Kurzzeiteinsatz Mission als Zusammenarbeit von Partnern auf Augenhöhe erlebt, verändert normalerweise das eigene Verständnis von Mission. Oft wird die Perspektive und Vorgehensweise der lokalen Partner in deren Mitwirken mit Gott wertgeschätzt und sich angeeignet. Das Erlebte wiederum fordert zu Hause die Vorstellung über Mission bei Gemeinden heraus. Es können leicht Konflikte entstehen, wenn Rückkehrende mit veränderter Weltsicht, Theologie, Praxis und Missionsverständnis zurückkehren. Meist sind sie auch nicht gut darauf vorbereitet, in ein Umfeld zurückzukehren, das sich nicht in gleicher Weise verändert hat. Weiterlesen

Einseitige Berichterstattung nervt!

Ausriss Tagesanzeiger.ch

Ausriss TagesAnzeiger.ch

Dieser Zeitungsartikel lässt aufhorchen: „Evangelikale missionieren bei Asylsuchenden“ (http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/Evangelikale-missionieren-bei-Asylsuchenden/story/31092251). Die im Titel verwendeten Reizwörter (Evangelikale, Mission, Asylsuchende) verfehlen ihre Wirkung nicht – der Bericht wird heftig und kontrovers diskutiert. Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Freikirchlich-evangelikale Christen unterstützen Asylanten beim Gang durch die Ämter, sofern diese zum Christentum konvertieren.

Der reisserisch formulierte Titel lässt bereits vermuten, dass hier wohl kaum eine seriöse Recherche vorliegt (vgl. http://kipa-apic.ch/k236404). Da ich das Angebot nicht näher kenne, erlaube ich mir an dieser Stelle keine inhaltlich Beurteilung. Der Artikel hat bei mir jedoch grundlegende Gedanken ausgelöst. Weiterlesen

Das Jubeljahr – Solidarität und Gerechtigkeit

In der Schweiz läuft derzeit eine Unterschriftensammlung für eine Volksinitiative, die Millionen-Erbschaften zugunsten der AHV (Rentenversicherung) besteuern will . An einem Forum von Christnet, eine christliche Organisation, die sich kritisch mit Themen aus der Sozial-, Wirtschafts-, Umwelt-, Kultur- und Entwicklungspolitik beschäftigt (http://christnet.ch/de), wurden biblische Bezüge zum Anliegen der geplanten Initiative diskutiert.

Dazu hielt ich einen Vortrag und referierte dabei über die alttestamentliche Einrichtung des Jubeljahres. Neben anderen radikalen sozialwirtschaftlichen Weisungen, will das Jubeljahr verhindern, dass Familien und Sippen für immer unter wirtschaftlichen Fehlentwicklungen zu leiden haben. Stattdessen sollen Familien alle fünfzig Jahre die Chance auf einen umfassenden Neubeginn erhalten. Deshalb werden Familienbeziehungen und Landbesitz wiederhergestellt, um die neuerliche wirtschaftliche Selbstständigkeit zu ermöglichen. Diese regulierenden Massnahmen verhindern nicht bloss wirtschaftliche Missverhältniss zwischen Arm und Reich, sondern wirken präventiv gegen politische und gesellschaftliche Unruhen. Diese Regelungen spielten auch in der Botschaft von Jesus und im Leben der ersten Christen eine wichtige Rolle. Ebenso deutlich wird aber auch, dass sich Menschen mit diesen radikalen Forderungen quer durch die Geschichte schwer taten.

Die Initiative zur Erbschaftssteuerreform bietet eine gute Gelegenheit, auch biblisch-theologisch über Solidarität und Gerechtigkeit nachzudenken.

Hier findet sich der gesamte Vortrag von Lukas Amstutz als PDF.

Unmöglich! Oder so ähnlich…

„Mit Scheren und Akku-Rasierern schnitten sie Bärte und Haare ab: Wegen der Zwangsrasuren einiger Amish in Ohio sprach ein Gericht 16 Mitglieder eines extremen Clans schuldig, „Hassverbrechen“ begangen zu haben. Nun drohen den Tätern hohe Haftstrafen.“ berichtete Spiegel online dieser Tage.

An sich ist es nur eine Marginalie in der täglichen Flut von Nachrichten. Beispielsweise landen Muslime, die woanders in der Welt aufgebracht protestierend wegen eines ehrverletzenden Videos oder diverser Karikaturen auf die Strasse gehen, auf der ersten Seite der Nachrichten.

Das eine wie das andere Ereignis stösst hierzulande weithin auf spontanes Unverständnis und Ablehnung. Vom Hass ist dann schnell die Rede und von fanatisierten Menschen. Damit wird solches Verhalten schnell interpretiert, „verstanden“ und abgehandelt.  Nun will ich real existierenden Hass oder fanatisierte Menschen und Ideologien weder verharmlosen noch schön reden oder gar rechtfertigen. Doch ob wir mit diesen Interpretationskategorien den Menschen gerecht werden ist eine andere Frage. Weiterlesen