Christ sein in einer nachchristlichen Kultur

Foto: momosu - pixelio.de

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Das Christentum ist nicht mehr regulativer Bestandteil der westlichen Kultur. Vom Post-Christentum geprägte Menschen scheinen das Vertrauen in die Institution Kirche verloren zu haben. Menschen wenden sich nicht mehr länger an die Kirchen, um spirituelle Erfahrungen zu machen, sondern definieren und ermöglichen sie selbst. Eine tolerantere und pluralistischere Gesellschaft im Europa des zwanzigsten Jahrhunderts und das postmoderne Europa des einundzwanzigsten Jahrhunderts stellen neue Fragen. Christliche Gemeinden im Westen sind entsprechend mit einer radikal neuen Herausforderung konfrontiert.

Die meisten Menschen kennen die Grundlagen des Evangeliums nicht mehr. Die westliche Gesellschaft selbst ist zum Missionsfeld geworden (Roxburgh 2009, Hardmeier 2012). Ich glaube aber, dass die täuferisch-mennontischen Kernwerte einen hilfreichen Rahmen bieten, um Christen zu befähigen, die nachchristliche Kultur mit ihren Fragen und Herausforderungen mit der guten Nachricht des Reiches Gottes in fruchtbares Gespräch zu bringen.

Welche Fähigkeiten braucht es, um die Chancen einer solchen Begegnung zu nutzen? Einiges habe ich dazu in einem Aufsatz zusammengefasst:

Christ sein in einer nachchristlichen Kultur (PDF)

Die verletzte Seele: Traumabewältigung nach der Katastrophe

Die Nachrichten überschlagen sich. Und jede Nachricht kappt ein Sicherungsseil, das dem Leben Halt geben sollte. Zunächst ist es nur materieller Verlust. Der schmerzt, aber sie sind ja noch mit dem Leben davon gekommen. Doch dann reißt ein Sturm das Haus ein, in dem die eigenen Kinder sich getroffen hatten. Es stürzt ein – es gibt keine Überlebenden. Hiobs-Botschaften. So erging es Hiob. Im Buch Hiob erfahren wir, dass er an einem einzigen Tag alles verlor, was er besaß, schließlich sogar seine Gesundheit.

Gerissene Halteseile

Wie viel Schlimmes kann ein Mensch ertragen, ohne zusammenzubrechen? Hiob wird von seiner Trauer und seinem Schmerz durchgeschüttelt. Das Unglück zerstörte nicht nur, was ihm lieb und teuer war. Es machte auch seine Weltsicht zunichte, wie die Welt funktioniert und welche Rolle Gott darin einnimmt. Anfänglich hatte sich Hiob ergeben in Gottes unergründliches Tun – „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen; der Name des Herrn sei gelobt!“ (Hi. 1,21) Doch dies weicht wenig später der tiefen und bitteren Klage in der er den Tag seiner Geburt verflucht.

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