Von Zetteln aus dem Himmel und Pinguinen

Ich spreche mit jemandem über die Frage, was denn aus christlicher Sicht Berufung meint. Wir sind uns nach einigem Überlegen schnell einig, dass sich wohl viele den berühmten „Zettel vom Himmel“ wünschen, um ihrem Leben eine Richtung zu geben – aber dass das a) nicht realistisch und b) von Gott wohl gar nicht so gedacht ist. Berufung scheint uns vielmehr ein Prozess zu sein, sich ergänzend zu anderen mit den je ganz eigenen Gaben und Fähigkeiten ins Leben einzubringen.

Der Wenn-dann Modus

Uns fallen Menschen ein, die ihr halbes Leben lang im „Wenn-dann“ Modus darauf gewartet haben, dass Gott etwas Bestimmtes sagen oder tun müsste, um ihnen klar zu machen, was für sie dran wäre. Begabte, motivierte, befähigte und tolle Männer und Frauen – die sich aber durch eine bestimmte Denkvorstellung nicht getraut haben, das zu tun, was ihnen vielleicht grösste Freude wie auch tiefste Befriedigung gebracht hätte und es dort zu tun. Dort, wo ihre Persönlichkeit am besten zum Tragen kommt und so für andere grosser Segen gewesen wäre. Wie schade! Sitzen wir vielleicht ein Irrtum auf, vergleichbar dem eines Simon Petrus?

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Ein Täufer bringt Bewegung nach Bubendorf

Das heute modern ausgebaute Hotel Bad Bubendorf

Das heute modern ausgebaute Hotel Bad Bubendorf

Wir schreiben das Jahr 1641. Alles geht sehr schnell. Von einer Sekunde auf die andere strömen scharenweise Gesunde und Kranke über die Jurapässe ins Baselbiet. Sie haben Gerüchte von einer ausserordentlich heilkräftigen Quelle bei Bubendorf gehört. Und jetzt scheuen sie keinen Aufwand, um sich zu diesem wundersamen Brunnen zu begeben. Daraufhin beauftragt Basel unverzüglich seinen Landvogt auf Schloss Waldenburg, den Hintergründen dieses Andrangs nachzugehen. Ende April trifft dessen Bericht in der Stadt ein. Daraus geht hervor, dass die betreffende Quelle schon immer vorhanden gewesen ist. Zur Erntezeit wird daraus getrunken. Da das ausfliessende Wasser auf den umliegenden Feldern aber stets einen grossen Sumpf erzeugte, habe es niemand nutzen wollen.

Eine Quelle wirkt Wunder

Nun sei allerdings von einem Täufer im bern-aargauischen Gontenschwil gesagt worden, die dortige Heilquelle Bad Schwarzenberg sei weit weniger wirksam als ein ihm bekannter Brunnen im Baselbiet. Mit dessen Wasser habe er selbst „viel alte Schäden, die niemolen geheilt können werden, curiert“. Der Bericht fährt fort: „Weil er es aber nit hat offenbaren wollen, (um welche Quelle es sich dabei handle,) hette ihn der Landtvogt von Lentzburg durch Gefangenschafft mit Betrohung der Tortur so weit gebracht, dass er es offenbaren miessen.“
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