„Vergebung“ in der Zeitung

aus "Der Sonntag · 9. November 2014"

Ausriss:  „Der Sonntag · 9.11.14“

Etwas gelangweilt blättere ich unser kostenloses Anzeigeblättchen durch. Werbung, Werbung, ein paar Kurznachrichten aus der Region, na, ja, das Übliche. Doch plötzlich sehe ich etwas sehr Interessantes: „Buße und Vergebung“ steht da in großen Lettern. Da bin ich ja mal gespannt. Es geht um den Vorwurf von Untreue und Vorteilsnahme eines Bürgermeisters aus der Gegend. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Bürgermeisterwahlen stehen vor der Tür. Die Nerven liegen blank. Vor den Wahlen kommt es zu keinem Prozess mehr – Anwälte und Staatsanwaltschaft konnten sich auf keinen Termin einigen. Eine ganze Reihe Ermittlungen stehen auf der Tagesordnung. Es ist nichts bewiesen, aber auch nichts widerlegt.

Nun lässt der Bürgermeister verkünden: „Diese Verfehlung bedauere ich sehr. Aber zu einer demokratischen Gesellschaft mit christlichen Wurzeln gehört neben der Buße auch die Vergebung.“

Ich stocke. Buße und Vergebung gehören zusammen, in der Tat. Aber was genau bedauert er? Und wer soll ihm vergeben? Ich bin irritiert und suche im Text nach Hinweisen. Erfolglos. Ich ärgere mich über den Berichterstatter. Er muss doch wissen, dass mir dieses Thema besonders wichtig ist! Weiterlesen

Ferien und der Kühlschrank – oder: Keine Verschwendung von Lebensmitteln

zugutMeine Ferien stehen vor der Tür – und ich durchforste die Bestände in meinem Kühlschrank: Was überdauert die Ferien und wird dann noch geniessbar sein? Dazu zählen z.B. Senf, Margarine; eine angebrochene Flasche Weisswein; Sojasauce. Ganz sicher aufbrauchen muss ich aber noch den Frischkäse, die Tomaten, den Kochschinken und die Eier. Zudem liegt da noch eine Handvoll Kartoffeln in der Gemüseschale – teilweise keimen sie schon aus, also ist schnelles Handeln gefordert. Ach, und da ganz hinten in einem Fach findet sich noch eine Tupperwaredose – mit einem Rest Suppe von letzter Woche. Der Geruchstest zeigt: noch geniessbar. Schnell sind die Kochpläne für den Tag vor der Abreise gemacht: es wird den Rest Suppe geben, danach Bratkartoffeln mit Tomaten, Schinken und verquirlten Eiern. Dann putze ich den Kühlschrank noch schnell aus – fertig! Die Ferien können beginnen – und bei der Rückkehr wird mich keine lebendige und miefige Hinterlassenschaft begrüssen!

Nicht immer geht es so gut, die verbleibenden Reste zu verwerten. Als Singlehaushalt bin ich ja so einiges gewöhnt: Waren, die weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum liegen, werden trotzdem gegessen – vorausgesetzt, der Joghurt zeigt kein Pelzchen auf der oberen Joghurtschicht, das vorgekochte Hühnchen riecht auch nach drei Tagen noch gut – und altgewordene Eier verbacke ich vielfach in Kuchen.

Warum verwerte ich Reste? Warum durchforste ich vor den Ferien den Kühlschrank? Geht es mir um entspannte Ferien? Oder will ich einfach nur sparsam sein und gekaufte Waren auch verbrauchen? Oder ist es halt das Schicksal eines Singlehaushalts, oftmals abgelaufene Lebensmittel zu essen? Weiterlesen