Migrationsgeschichten von damals und heute

Oder: Was das Schweizer Emmental mit Mexiko, Syrien und Eritrea zu tun hat

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Hof Schniggenen bei Brenzikofen, Aufenthaltsort eines Zweiges der täuferischen Burkhalter-Familie mit zahlreichen Nachkommen in Europa und Nordamerika

Auf unserer Bienenberg-Website und in unserer Werbung sagen und schreiben wir es immer wieder: Der Bienenberg ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Vielfalt von Exkursionen zu Schauplätzen täuferisch-mennonitischer Geschichte und Gegenwart:

  • In wenig mehr als einer Stunde sind die meisten zentralen Stätten täuferischer Geschichte in der Schweiz, im Elsass und in Süddeutschland per Auto oder öffentlichem Verkehr erreichbar.
  • Ein eigenes Hotel und Restaurant garantieren optimale Unterkunft und Verpflegung.
  • Bibliothek und Archiv unseres Theologischen Seminars bieten zahlreiche Studien- und Vertiefungsmöglichkeiten.

Unsere Fachstelle für Theologie und Geschichte des Täufertums ist dabei die ideale Anlaufstelle für all diese Fragen und Themen.

Immer wieder kommt es dabei zu interessanten Kontakten und Begegnungen. Zu ihnen gehören oft auch Besucherinnen und Besucher aus Nordamerika. Es sind Nachkommen ausgewanderter oder auch ausgeschaffter Täuferinnen und Täufer auf der Suche nach ihren eigenen Wurzeln.  Weiterlesen

Der Sonntagsärger

sun-treesSonntagfrüh. Gottesdienst. Die Sonne scheint. Der Frühling kommt. Kurz vor dem Gottesdienst gibt es noch etwas zu organisieren. „Ein Schiessdreck ist das“, sagt mir jemand. Es sei nicht klar genug, was wir da organisieren. Ich bin baff und beschwichtige und entschuldige mich. Das mache ich immer, wenn ich überrascht werde.

Anfangs, als wir noch neu im Markgräfler Land nahe der Schweizer Grenze waren, musste ich noch schmunzeln, wenn ich im Aldi am Wühltisch von Schweizer oder Markgräfler Bürgern das Wort „Schiessdreck“ hörte. Es klang in meinem Ohren viel harmloser als das hochdeutsche Äquivalent. Inzwischen ist das etwas verflogen und der Niedlichkeitsfaktor ist fast verschwunden.

Sonntagmittag. Ich beginne, mich zu ärgern. Immer dieses Beschwichtigen. Das nächste Mal schieße ich auch zurück. Ich muss an das Seminar denken, dass meine Kollegin und ich zwei Tage zuvor gehalten hatten: Selbstführung am Arbeitsplatz. Selbstführung, damit ich im Trubel des Alltags dennoch nach meinen Werten und Grundüberzeugungen handle. Ich ahne, dass ich mich an diesem Sonntagfrüh nicht gut geleitet habe.

„Handelt nicht reaktiv“, sagten wir den Teilnehmern. Reaktiv sein bedeutet, dass die Handlung anderer deine Reaktion bestimmt: Beschimpft mich jemand so zahle ich es sofort zurück. Oder auch das: Werde ich beleidigt, beschwichtige ich rasch. Beide Reaktionen haben gemeinsam, dass mir im Nachhinein einfällt, was ich noch besseres hätte tun können.

„Selbstdifferenziert“ ist der Gegenbegriff. Das bedeutet: Meine Werte und Überzeugungen sollen bestimmen, was ich tue und sage. Andere zu beschimpfen gehört eigentlich nicht zu meinen Werten und Grundüberzeugungen. Beleidigungen zu tolerieren und zu beschwichtigen, allerdings auch nicht. Aber was dann?

In Eph 4,15 steht: Lasst uns aber die Wahrheit leben in Liebe. (Elberfelder Übersetzung).

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