Mensch… Wem folgen wir?

Oder: Im Schlamm Christus getroffen

schuheStuart Murray und Juliet Kilpin sind Gemeindegründer und leiten das urban expression network in Grossbritannien. Das GemSem «Grenzen überschreiten» auf dem Bienenberg vermittelte den Teilnehmenden Perspektiven und Beispiele für eine «inkarnatorische Mission»: Jesus, die Botschaft von Gottes Heil, Gerechtigkeit und Frieden verkörpern im Da-Sein für Menschen. Im Folgenden ein Auszug aus ihrer zweiteiligen Predigt, die das Seminar abrundete, gehalten in der Schänzli-Gemeinde.

Stuart Murray:
„Wir sollten endlich damit aufhören, Heilige sein zu wollen und lieber anfangen zu versuchen, ganz Mensch zu sein.“ (Zitiert nach Dietrich Bonhoeffer). Ganz Mensch zu sein – Ist es das, was Jesus gemeint hat, als er vom Leben in Fülle sprach? Wenn Jesus der einzig wahre Mensch war, dann bedeutet die Nachfolge Jesu, dass wir selbst ganz Mensch werden. In unserer Kultur gibt es sehr viele entmenschlichende Aspekte, und unsere Kultur hat viel mehr Einfluss auf uns, als uns vielleicht klar ist. Um ganz Mensch zu werden, müssen wir bestimmten Einflüssen widerstehen. Mancher Sprachgebrauch entmenschlicht Menschen. Ein „Kollateralschaden“ bedeutet nichts anderes als dass Menschen getötet werden. Wir werden als Verbraucher beschrieben; was uns also ausmacht, ist unser ökonomischer Wert. Menschen, die derzeit auf unserem ganzen Kontinent Zuflucht suchen, hat der britische Premierminister als „Schwarm von Migranten“ bezeichnet. Viele versuchen, Ängste zu schüren und diese zu instrumentalisieren. Deshalb gilt es, aktiv den entmenschlichenden Einflüssen in unserer Kultur zu widerstehen. Dafür brauchen wir einander.  Weiterlesen

Konflikt-Intervention als friedenstheologische Herausforderung

FachtagungErste Ergebnisse der Fachkonferenz auf dem Bienenberg

40 Personen aus Historischen Friedenskirchen und anderen friedenskirchlichen Initiativen aus Europa trafen sich an zwei Tagen zu einer Internationalen Fachkonferenz auf dem Bienenberg bei Liestal (Schweiz), um sich dem Thema „Konflikt-Intervention als friedenstheologische Herausforderung“ zu stellen. Ereignisse wie der Terror der IS in Irak und Syrien und von Boko Haram in Nigeria, drohender Genozid in Burma /Myanmar, erneut drohender Bürgerkrieg in Burundi und im Kongo rufen nach einer international abgestimmten militärischen Intervention und versprechen sich ein Ende der Grausamkeiten. Wie stehen die Friedenskirchen dazu? Das zu klären, war Ziel der Fachtagung.

Zum News-Beitrag zur Tagung auf den Bienenberg-Seiten

Zwei Tage gefüllt mit Referaten, Inputs und Gruppenarbeit verdichteten sich zu einem Schlussdokument, das nun vorliegt. Es befasst sich damit, wie die Interventionsfrage aus friedenstheologischer Sicht beantwortet werden kann.

Download des Arbeitspapiers: Using Nonviolence against Violence?

 

 

Sich trotz allem von John H. Yoders theologischen Gedanken inspirieren lassen

John Howard YoderEine Stellungnahme ( als PDF)

John H. Yoder (1927-1997) ist der bekannteste mennonitische Theologe der Gegenwart. Am Theologischen Seminar Bienenberg nehmen wir oft Bezug auf seine Schriften und Überlegungen. Verschiedentlich haben wir auch an Übersetzung und Publikation seiner Bücher in deutscher und französischer Sprache mitgewirkt.

Gerade weil wir seine Schriften schätzen, halten wir eine Stellungnahme auch von unserer Seite für nötig im Hinblick auf eine Reihe von älteren und jüngeren Vorwürfen an die Adresse von John Yoder. Zwischen 1992 und 1996 fand zwischen ihm und seiner Kirche ein gemeinde-disziplinarischer Prozess wegen sexuellen Fehlverhaltens (in Wort und Tat) statt. Dieser Prozess führte dazu, dass die für die Zeit der Untersuchung ausgesprochene Suspendierung von Yoders Lehr-Funktionen kurz vor seinem Tod aufgehoben wurde.

Im Jahr 2014 beauftragte die Mennonite Church USA eine Arbeitsgruppe mit einer erneuten Evaluation der Handlungen Yoders, was (u.a.) im Januar 2015 zur Publikation verschiedener Artikel in der Zeitschrift Mennonite Quarterly Review führte. Aufgrund der neuen Untersuchungen durch diese Arbeitsgruppe wurde bestätigt, dass die Verfehlungen Yoders schwerwiegender waren als zuvor angenommen, dass sie auch verschiedene Aspekte von sexuellen Beziehungen einschlossen und dass mehr Frauen und über längere Zeiträume hinweg davon betroffen waren, als man dies bisher gedacht hatte. In einem Gottesdienst der Klage, des Bekenntnisses und der Verpflichtung (“Service of Lament, Confession and Commitment”) wurde im März 2015 in Elkhart dieser schmerzhaften Ereignisse gedacht.

Wir bezeugen unsere Solidarität mit allen Frauen, die in diese Handlungen nicht eingewilligt hatten und/oder durch sie verletzt worden sind. Wir bezeugen unsere Solidarität mit John Yoders Frau und ihrer Familie.

Wir sind zutiefst traurig und enttäuscht angesichts dieser Vorkommnisse. Weiterlesen

Migrationsgeschichten von damals und heute

Oder: Was das Schweizer Emmental mit Mexiko, Syrien und Eritrea zu tun hat

schniggenen

Hof Schniggenen bei Brenzikofen, Aufenthaltsort eines Zweiges der täuferischen Burkhalter-Familie mit zahlreichen Nachkommen in Europa und Nordamerika

Auf unserer Bienenberg-Website und in unserer Werbung sagen und schreiben wir es immer wieder: Der Bienenberg ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Vielfalt von Exkursionen zu Schauplätzen täuferisch-mennonitischer Geschichte und Gegenwart:

  • In wenig mehr als einer Stunde sind die meisten zentralen Stätten täuferischer Geschichte in der Schweiz, im Elsass und in Süddeutschland per Auto oder öffentlichem Verkehr erreichbar.
  • Ein eigenes Hotel und Restaurant garantieren optimale Unterkunft und Verpflegung.
  • Bibliothek und Archiv unseres Theologischen Seminars bieten zahlreiche Studien- und Vertiefungsmöglichkeiten.

Unsere Fachstelle für Theologie und Geschichte des Täufertums ist dabei die ideale Anlaufstelle für all diese Fragen und Themen.

Immer wieder kommt es dabei zu interessanten Kontakten und Begegnungen. Zu ihnen gehören oft auch Besucherinnen und Besucher aus Nordamerika. Es sind Nachkommen ausgewanderter oder auch ausgeschaffter Täuferinnen und Täufer auf der Suche nach ihren eigenen Wurzeln.  Weiterlesen

Bekenntnis zum Frieden Jesu in einer terroristischen Welt

  • Welches sind die „echten Muslime“ – die friedlichen oder die gewalttätigen?
  • Wie sollten Christen auf Dschihad-Muslime reagieren?
  • Ist Gewalt nicht die einzig wirksame Reaktion auf islamistischen Terrorismus?

Mit solchen und ähnlichen Fragen aus Gemeinden sieht sich die Arbeitsgruppe für christlich-muslimische Beziehungen (Eastern Mennonite Missions (EMM), Salunga, PA, USA) derzeit in besonderer Weise konfrontiert, was sie zu folgender Stellungnahme veranlasste:

pdf-iconBekenntnis zu Jesu Frieden in terroristischer Welt  
Ein Appell der Arbeitsgruppe für christlich-muslimische Beziehungen von EMM